FAKT kompakt 04/2024

FAKT kompakt 7 Mehr Klartext bei der Energiewende gefordert! gen und Projekte einfließen lassen. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten. Wo sehen Sie Potentiale zur Weiterentwicklung des Leistungsspektrums der FAMIS? Der technische Trend geht deutlich in Richtung Einsatz von Wärmepumpentechnologien, auch in größeren Leistungsklassen. Die Kombination mit Power-to-HeatLösungen (Wärme durch Strom erzeugen) führt zu einer klaren Elektrifizierung der Wärmewende. Unser Beitrag zur Wärmewende sind intergierte Energiekonzepte, die zum einen auf einer regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung in Verbindung mit einer bedarfsgerechten Bereitstellung der Wärme basieren. Zum anderen werden dadurch günstige Wärmekosten Herr Schmidt, wie sind Sie im Saarland aufgenommen worden und warum haben Sie sich für FAMIS entschieden? Ich bin sehr herzlich und mit voller Erwartung aufgenommen worden. Die Herausforderungen der Energiewende, die auch FAMIS betreffen, kenne ich nur allzu gut. Daher konnte ich nach einer kurzen Einarbeitung auch schon recht schnell im Tagesgeschehen aktiv werden, was bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr positiv aufgenommen wurde. FAMIS ist als Energiedienstleister den logischen nächsten Schritt gegangen und hat die für die Zukunft maßgeblichen Geschäftsfelder Digitalisierung und Elektromobilität in ihr Portfolio integriert. Ein weiterer Vorteil ist unser breiter Kundenstamm aus Kunden der öffentlichen Hand bis hin zu gewerblichen und industriellen Kunden. Wir profitieren dadurch von den gewonnenen Erfahrungen innerhalb dieser Kundengruppen und können sie dadurch auch kundengruppenübergreifend als Mehrwerte in neue Dienstleistunermöglicht. Durch unser Spezialwissen im Betrieb von Schwimmbädern sehen wir Möglichkeiten, als Spezialist in diesem Segment zu wachsen und uns auch über die Landesgrenzen hinaus weiter bekannt zu machen. Von welchen Stärken der FAMIS können Kunden profitieren? Eine wesentliche Stärke der FAMIS liegt darin, dass wir uns als vollwertigen Energiedienstleister und Lösungsanbieter verstehen. Die Erfahrungen, die wir in unseren einzelnen Kerndisziplinen sammeln, lassen wir auch in die jeweils vorgelagerten Projektphasen einfließen, wodurch wir sicherstellen, dass die Energiekonzepte später auch so funktionieren, wie wir es unseren Kunden versprochen haben. Die zunehmende Forderung nach Kosteneffizienz durch unsere Kunden im Bereich des technischen Facility Managements sehen wir nicht als Gefahr, sondern vielmehr als Chance, uns durch Digitalisierung und schlanke Prozesse zukunftsfähig aufzustellen. Das unternehmenseigene Digitalisierungsteam der FAMIS unterstützt uns dabei, neue Ideen zur Prozessoptimierung zeitnah umzusetzen und Anforderungen unserer Kunden effizient zu nutzen, damit unsere Dienstleistungen verzahnter, schneller und transparenter werden. Weitere Infos: alexander.schmidt@famis-gmbh.de Foto: V&B Trends Aber ein Zurück zu fossilen Brennstoffen wird es nicht geben, der Klimawandel schreitet immer schneller voran, die grüne Transformation und damit die Energiewende sind gesetzt. Eine der Kernfragen neben der Finanzierung ist es, wie die Menschen auf diesem Weg mitgenommen und besser eingebunden werden können. Damit beschäftigten sich Fachleute aus Politik, Energiewirtschaft und Forschung auf dem Saarbrücker Energiekongress. Besser erklären und nicht überfordern Wirtschafts- und Energieminister Jürgen Barke betonte die immensen technologischen und finanziellen Herausforderungen der grünen Transformation im Saarland, verwies gleichzeitig auf die Chancen für die Saarwirtschaft. „Die Investition in die CO2-freie Produktion ist eine Investition in Klimaschutz und Sicherheit der Arbeitsplätze.“ Das Saarland habe gute Voraussetzungen, eine Drehscheibe für Wasserstoff in der Großregion zu werden. Der Anfang sei gemacht, aber wir dürften die Unternehmen und Menschen bei der Transformation nicht überfordern, so sein klares Credo. Carolin Schenuit, Vorständin beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft in Berlin, forderte von den politisch Verantwortlichen mehr Klartext zu reden, um die Sinnhaftigkeit der Energiewende verständlich zu erklären. „Wir brauchen eine bessere und konkrete Kommunikation in der Breite und schnellere Ergebnisse, damit die Menschen mitmachen.“ Frühzeitige Einbindung der betroffenen Menschen bei Genehmigungsverfahren, Bürgerkontakte, transparente und regelmäßige Kommunikation oder die Beteiligung an Energieprojekten wie Energiegenossenschaften gelten als geeignete Mittel, um die Menschen zu gewinnen und Verständnis für die grüne Transformation zu erzeugen. Beispiele möglicher Bürgerbeteiligungen erläuterte Fabian Reidinger, Leiter der Stabsstelle Zivilgesellschaft und Beteiligung in Baden-Württemberg. Die Lernkurve aus dem KonfliktProjekt Stuttgart 21 sei enorm und hätte deutlich gemacht, dass Projekte am Willen der Bürger vorbei keine Chancen zur regulären Umsetzung hätten. „Die Energiewende wird nicht ohne die Menschen gelingen. Im Gegenteil: Die Bürgerbeteiligung ist eine Investition in die Zukunft und eine Stärkung der Demokratie.“ Janina Heidl von Amprion beispielsweise sieht sich vor allem mit Akzeptanzproblemen beim dringend benötigten Netzausbau konfrontiert. „Es geht heute beim Netzausbau vielmehr um die Frage, wie wir das umsetzen, ob beispielsweise mit Freileitung oder Erdkabel oder ob Leitungen samt Masten woanders verlaufen können. Handlungsoptionen zu haben, ist das A und O in der Kommunikation.“ Zwar könne in der Praxis kein Konsens mit allen Beteiligten erzielt werden, dafür aber die Akzeptanz des Projekts. Heidl plädiert für eine frühzeitige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen von Genehmigungsverfahren, betont aber auch die Herausforderungen wie sich ändernde Rahmenbedingungen, Mehrfachbetroffenheit der Menschen, Zeitmangel aufgrund verkürzter Verfahren und zunehmend mehr Projekten. „Wir brauchen in der Diskussion mehr Verständnis füreinander.“ Weitere Infos: www.izes.de Schleppender Netzausbau, zu geringe Speicherkapazitäten, zu viel ungenutzter Sonnenstrom im Netz, steigende Preise, überbordende Bürokratie und jede Menge Proteste gegen neue Stromleitungen, Verspargelung der Landschaft durch Windkraftanlagen oder Flächenverbrauch durch Solaranlagen. Von der Wärme- und Verkehrswende ganz zu schweigen. Die Komplexität der grünen Transformation scheint immer mehr Menschen zu überfordern und die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten zu befeuern. Alexander Schmidt ist seit dem 1. Mai dieses Jahres technischer Geschäftsführer bei der FAMIS. Der Maschinenbauingenieur bringt aus seinen bisherigen Tätigkeiten jede Menge Führungserfahrung und technische Expertise aus dem Bereich Energiedienstleistungen mit. FAKT kompakt hat nachgefragt, welche Impulse er für die Weiterentwicklung der FAMIS geben wird. Nachgefragt

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